Juli 15

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Das Ding mit der Freiheit

Gefühlt suchen alle gerade nach Freiheit. Überall höre ich, dass es noch den Kurs braucht, oder die Ausbildung, oder den Workshop... hier ein Hinschauen, dort ein Auflösen und dann... ja dann! Bin ich endlich so weit, dass ich selbstbestimmt, frei und glücklich leben kann. Na ja, da muss ich dich leider enttäuschen, denn die Spirale der Selbstverbesserung hat kein Ende. Du drehst und drehst, machst hier und da und immer was Neues. Es hat kein Ende, wenn du keines setzt. 

Hör auf mit dieser Selbstoptimierung! Diese lustige Idee davon, dass Selbstliebe etwas ist, dass du in einer Badewanne mit einem Glas Wein lernen kannst, oder an einem Wochenendseminar. Du lässt dich dabei immer im Mangel hängen, weil du deinen Glaubenssatz bestätigst, dass dir noch irgendwas dazu fehlt. So wird das nichts mit der Freiheit. Und wo is eigentlich das Mass? Wo wird gemessen und bestimmt, wie man sein muss und was man braucht, um erfüllt leben zu können? 

Ich möchte dir mal meine Sicht darauf erzählen:

Was es wirklich braucht, ist, dass du dir die Zeit nimmst dich selbst kennenzulernen. Was soll das ganze Gerede von Selbstliebe, wenn du keine Ahnung hast, wer du bist oder was du eigentlich willst. Wie willst du diese fremde Person lieben können, wenn sie es dir nicht mal wert ist, sie kennen zu lernen. Du bist Du! Und daran musst du nichts schrauben, aber du musst dich kennen. In- und auswendig...  Jede Macke, jedes Talent, jedes Muster... ALLES! Und zwar wertungsfrei. Nur dann kannst du frei leben und bist nicht mehr die Marionette deines Unterbewusstseins. Weil du weisst, warum du was, wann tust. Und wenn du dann irgendwann so weit bist, geht es nicht darum, irgendwas aufzulösen und zu verändern, es geht darum, die Dinge einfach sein zu lassen. Akzeptiere es. Es passt schon.

Wenn du in Situationen kommst, in denen du dann spürst, dass sich unterbewusste Muster einschalten (und glaube mir, du spürst es irgendwann ;-)) kannst du dich in dem Moment dazu entscheiden, dich anders zu verhalten. Oder dann eben auch nicht. Du wirst dir durch diese Achtsamkeit mit dir selbst irgendwann bewusst, dass all das, das du so sehr an dir gehasst hast, einfach ein Teil von dir ist, der dich mit ausmacht und niemals immer nur schlecht ist. Die Idee, sich selbst aktiv verändern zu können, klingt zwar nett, ist aber komplett unrealistisch. Veränderung passiert, wenn sie muss.

Wenn du dich dazu entscheidest, nicht mehr an den Rädchen drehen zu wollen und aufgrund deiner persönlichen Bewertung an deinen Schrauben zu drehen. Denn deine innere Bewertung entspringt der gleichen unterbewussten Programmierung, wie all die Dinge, die du gerne ändern und optimieren möchtest, und die dich von deiner inneren Freiheit trennt... macht keinen Sinn, oder? Ach ja, auch noch ganz wichtig... hör auf dich selbst zu belügen! Aber darüber schreib ich ein andermal.

Vielleicht möchtest du diesen Ansatz von Verständnis mal ausprobieren und mir berichten, wie es läuft.

Alles Liebe Anita

Wenns dir noch an Mut und Klarheit fehlt, magst du dich vielleicht mit deinem Drachen verbinden. Er hat von beidem genug: Hier lang


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  1. Liebe Anita,

    ja, dein letztet Blogartikel springt mir voll ins Gesicht!!
    Gut geschrieben – und IMMER aktuell!!!

    Danke dir sehr! Nun hab ich es schriftlich und kann es immer wieder lesen! 🙂

    Liebst –
    Carola

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